Manche behaupten, alles habe mit Hartz-IV angefangen, als Rot-Grün damit anfing Sozialleistungen als soziale Regierung, (teilweise) zu streichen. Für andere fing es bei der NRW-Landtagswahl an. Rot-Grün war auf einmal weg vom Fenster. Von heute auf Morgen. Wohlbemerkt, war Nordrheinwestfalen eine SPD-Hochburg und selbst dort hatten B90/Die Grünen zusammen mit der SPD nicht mehr genug stimmen um weiter zu regieren. Schwarz-Gelb, eine Regierung deren Kurs so berechenbar ist wie ein Segelschiff anno 1500, war an die Macht gekommen. Nichts war auf einmal mehr sicher. Weder vor sich selbst noch vor Steuererhöhungen. Die Freude bei CDU und FDP war groß. Schließlich waren die Sozis in ihrer eigenen Hochburg geschlagen worden. Das sollte doch mal die SPD in Bayern versuchen. Genau das hatte die SPD dann auch vor.
CDU und FDP – das kann doch dem Wahlvolk nicht gefallen, mag sich manch ein sozialer Parteifunktionär gedacht haben. Die nächste Bundestagswahl wird’s schon richten. Also griff man, zum Hörer um die Genossen und Genossinnen in Berlin, um schnelle Neuwahlen zu bitten. Berlin war zunächst skeptisch. Doch Gerd riss die vielen Skeptiker mit seinem Charme mit. Auch der Bundespräsident konnte dem Charme nicht widerstehen. Solch ein netter Sozi – da kann man einfach nicht nein sagen, mag er über die Neuwahlen gedacht haben. Dem Bundespräsidenten war aber klar, dass Gerd locker die nächste Wahl gewinnen würde. Also was sollte man sich die Freundschaft mit so einem dummen Nein verderben? Bleibt doch eh’ alles beim Alten. Basta! Selbst wenn dann dieser andere Typ gewinnen würde – mit dem würde er schon fertig. Doch halt! Die Union hatte doch noch gar keinen Kandidaten. Vermutlich würden sie wieder diesen Bayern schicken. Warum auch nicht? Solange er ab und zu eine Runde für ihn selbst schmeißen würde, würde das Ganze schon gehen. Außerdem dürfte sein Amtssitz bald fertig sein. Da könnte er sich ja dann zurückziehen, falls „der Neue“ doch etwas anstrengender, als die alten Sozis werden sollte.