Rückblicke V

“Zwei mal Minus ergibt Plus”, rief Angela lautstark aus. Die große Koalition war geboren. Irgendwie hatte sie im inneren immer noch auf ein
Wunder gehofft. Bei der letzten Bundestagssitzung hatte sie Joschka Fischer
doch so leicht angelächelt, sollte das nicht ein positives Zeichen gewesen sein?!
Wie mit Mirko in der siebten Klasse… ach was war das schön.
Nein, das war alles schlecht – das war im Osten, das war Diktatur. Das wollen die
Wähler hören – nicht ihre “heile Welt DDR Geschichten”. Fakten, Fakten und Fakten und die sind nun mal so: Die DDR war blöd, den Bewohnern ging es schlecht und alle wollten nach drüben. In der Stasi war man eigentlich nur weil man erfahren wollte wie man am
schnellsten nach “Drüben” kommt. Wäre die Mauer nicht gefallen, ach was wäre die Stasi aufgeblüht.
Fast so schön wie der jetzige Fall der Rot-Grünen Regierung. Nicht?
Inzwischen bekam sie ihre Zweifel. Zuerst die Regierung fast stürzen und dann sich mit dem Feind zusammentuen ist das nicht Doppelmoral? Christliche Positionen müssen halt durchgesetzt werden, hatte der Eddy ihr das letzte mal zugeflüstert.
Warum verstand sie jetzt nur zu gut. Auf jedenfall sollte sie Eddy nächstes mal ein Weizenbier ausgeben.
Alkoholfrei versteht sich. Gab’s das eigentlich schon in der DDR? Vielleicht war doch nicht alles so schlecht.

3 Kommentare

  1. Moin
    Der Text spannt sich bei mir über zwei Bildschirme.
    Ich hab dir nen Screenshot per Mail gesandt

  2. *Problem endgültig gelöst*, danke für den Hinweis. Leider ist der WYSIWYG-Editor von WordPress alles andere als ausgereift… *seufz*

  3. [...] Weizenbier war nicht der Grund warum sie jetzt drei Aspirin-Tabletten nahm. Nein. Feind hin, Feind her. Wer blickte denn da überhaupt noch durch? Sie? Sie jedenfalls nicht mehr. FDP ja, Grüne nein. Bleibt nur der Rot-Rot oder Rot-Schwarze Einheitsbrei. Doch es war schon geschehen. Der Teufel hatte sich mit den Christen verbunden. Zumindest rein politisch gesehen. Deutschland fairändern. Vielleicht. “Irgendwo. Irgendwie. Irgendwann.” Angela stutzte. Sie hasste es wenn in den Nachbarbüros das Radio laut gestellt war. Zum einen wegen den schlechten Nachrichten, die sie in der Lautstärke einfach nicht vertrug – zum anderen weil das Radio gar nicht angemeldet war. Schon GEZahlt?! Ja, mit ihrem gewissen. Die Abgabe für Internet fähige PCs wird’s schon richten. “Irgendwo. Irgendwie. Irgendwann.” Sie musste grinsen. In den knappen drei Minuten des Songs hatte sie es geschafft den Brief an die Bürger zu diktieren. Auf die Millionen die der Brief kostete kam es bei den TV- und Rundfunkgebühren auch nicht mehr an. Sie lehnte sich zurück. Irgendwie fand sie es lustig das man den Brief dann irgendwo in einer Zeitung irgendwann wiederfinden würde. Verdammt. Der Song war ja doch ein Ohrwurm und ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. [...]


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Der Beitrag wurde am 27/8/2006 um 2:19 pm veröffentlicht und wurde in der Kategorie Politik gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.