Der neue Standard

Manche Menschen haben die Bibel im Nachtisch. Ich habe zwar nicht die Bibel im Nachtisch, dafür aber den Duden. Eigentlich sind die beiden Bücher ziemlich gleich. Anstatt „Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ (Bibel), heißt es im Duden auf Seite 36, „Normalerweise wird vor einem Genitiv-s kein Apostroph gesetzt. Das gilt auch für Genitiv-s und Plural-s bei Initialwörtern und Abkürzungen.“
An beide „Regeln“ hält sich doch niemand. Wofür hat man denn das Internet erfunden?! Da kann man schreiben wie man will. Sowohl was die Rechtschreibung angeht, als auch das Schreiben von irgendeiner Lüge über den bösen Nachbarsjungen.
Deshalb habe ich kurzerhand einmal beide Werke miteinander verglichen:
Auf den ersten Blick scheint es fast so als hätte der Duden nur einen Vorteil gegenüber der Bibel. Der Duden erscheint fast jährlich in einer stark veränderten Ausgabe. Ich glaube die letzte Ausgabe der Bibel ist schon etwas alt… (1:0 für den Duden)
Globalisierung ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Stichwort. Aber wie verhält sich das bei der Bibel und dem Duden?
Während der Duden nur in einer deutschen Sprachausgabe erhältlich ist, gibt es die Bibel in 2.426 Sprachen. Sogar online steht die Bibel legal zum Download bereit. (1:1)
Software-Integration ist zunehmend für den Büroalltag wichtig. Daher gibt es vom Dudenverlag zum Beispiel die „deutsche Rechtschreibung Office-Bibliothek“. Mit diesem Programm kann man Texte auf ihre Korrektheit in Sachen Rechtschreibung überprüfen lassen. Von der katholischen oder evangelischen Kirche gibt es zumindest bisher kein Programm mit dem man Texte auf ihre religiöse Korrektheit überprüfen lassen könnte. Daher ist der Duden bisher eindeutig im Vorteil (2:1).
Freiheit im Alltag ist sicherlich eines der wertvollsten Güter. Wie sieht es damit aus bei der Verwendung des Dudens oder der Bibel? Dazu muss man sagen das der Duden diese Freiheit in keiner Weise einschränkt, es jedoch zu Verständigungsproblemen im Alltag kommen könnte. Daher wird von einer fanatischen Verwendung dieses Werkes abgeraten. Bei der Bibel tauchen jedoch erhebliche Probleme im Bezug auf Freiheit auf. Das Zusammenleben von Christen/Moslems wird enorm erschwert.
In dieser Kategorie können beide Werke nicht überzeugen. Der Duden bleibt im Vorteil von 2:1.
Fazit: Der Duden scheint im Jahr 2007 einfach das bessere Nachtischbuch zu sein. Es überzeugt durch regelmäßige Neuauflagen und Vorteilen im Büroalltag. Jedoch kann es hier und da im Alltag noch Probleme bei als zu starker Verwendung geben. Durch eine Reduzierung der Wortanzahl dürfte dies recht einfach zu lösen sein. Die Bibel dagegen ist seit Jahren nicht mehr aktuell und hat ein paar inhaltliche Macken. Hier sollte noch nach gebessert werden. Wenn diese Fehler behoben sind, spricht auch nichts gegen die Verwendung dieses Buches.