Es gibt Dinge, die überlässt man besser den Bulevard-Profis. Eigentlich. Denn alle oben genannten Dinge verstopfen seit Tagen meinen Papierkorb. Zum Glück nur den virtuellen – aber ärgerlich ist das schon. So habe ich zur Zeit Tonnenweise Mails wie diese im Papierkorb:

Hallo an alle! Bitte leitet dieses Schreiben unbedingt an alle TUERKEN
weiter die Ihr kennt,
oder Leute, die aus diesem Land kommen oder dort Urlaub machen wollen.

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Hier ein Bild des armen inhaftierten deutschen Jungen, mit dem jeder
Mitleid haben muss:
[Link zu einem Bild auf der Homepage eines sehr bekannten Boulevard-Magazins]

Seid Ihr noch ganz normal, einen 17 Jahre alten Jungen einzusperren, nur
weil er eine junge Frau kennengelernt hat?
Das Gesetz ist doch nur geschaffen worden, damit es zu keinen Zwangsehen
kommt. Aber deshalb muss man doch
keinen 17 Jahre alten Jungen, der in Eurem Land Urlaub macht, monatelang
einsperren. Und das noch bei Euren
miserablen Haftbedingungen? DAS IST UNMENSCHLICH! SCHLUSS DAMIT. SOFORT!

Ein Unding in einer zivilisierten Welt, die Euch noch leid tun wird, wenn
nicht bald Schluss damit ist!

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Leitet das Schreiben weiter an alle! Auch Griechenland oder ein anderes
EU-Nachbarland sollte sich einschalten.

[Links zu ein paar Zeitungen entfernt]

SO SCHAFFT ES DIE TUERKEI NIEMALS IN DIE EU. SAGT DAS EUREN LANDSLEUTEN! SO
NICHT!

Leitet das Schreiben an so viele Leute weiter wie es nur geht. Der arme
Junge muss freigelassen werden!
Das geht jeden an. Jeder muss mithelfen.

Danke auch Herrn Steinmeier, der alles versucht hat, den Jungen zu
befreien!

Marco, wir denken an Dich!

Die Texte in den anderen Mails sind ähnlich. Teilweise weniger freundlich. Aber allen gemeinsam ist der Aufbau: armer deutscher Junge in türkischer Haft für Sex mit einem britischen Mädchen den er irgendwie dann doch nicht hatte – oder so ähnlich – aber was soll’s. Freuen wir uns auf ein paar Randspaltenmeldungen mit diesem Fall mehr. Randspaltenmeldungen. Keine zehnseitige Sonderausgabe. Zugegeben: Das gehört eher in die Kategorie “Wunschdenken eines Erdlings”.

Das einzige was an diesem Fall noch erwähnenswert ist, sind die Reaktionen auf den Fall. So war vorgestern(?) jemand in der Tagesschau zu sehen der vor laufender Kamera erzählte, das die “Türkei keine Bananenrepublik” sei. Ich musste schmunzeln. Dabei hatte der gute Mann recht. Die Türkei ist keine Bananenrepublik. Es ist eine Baumwollrepublik. Immerhin arbeiten über 4 Millionen Türken in der Textilindustrie (Angaben hierüber gehen teilweise weit auseinander).
Erlicherweise muss man dazu sagen, das Deutschland dann wohl als “Call-Center-Republik” zu bezeichnen ist. Da wäre mir Baumwolle fast lieber.

2 Antworten auf „“

  1. Wenn man mit Engländern zu tun hat, kann man fast davon ausgehen, daß man Ärger bekommt. Warum versohlt denn nicht mal jemand diesem verkackten Insel-Gör und ihrer Mutter den Arsch, damit die Sache mal wieder ins rechte Licht gerückt wird? Die Rotznase wollte mal den Duft der großen, weiten Welt schnüffeln, mal auffallen, Jungs anmachen und einen saufen – das scheinen Engländer schon im Kindergarten zu lernen. Und dann Geschrei, als Marco, den sie auch noch bezüglich des Alters belogen hat, sie beim Wort nimmt und auf ihre eindeutigen Angebote eingegangen ist. Wie sonst wäre er bei Nacht in ihr Zimmer gekommen, wenn sie ihn nicht eingeladen und mitgenommen hätte? Erzählt mir doch nix!! Das ist leider ein typischer Wesenszug der Engländer: alles für sich in Anspruch zu nehmen, ohne dafür Verantwortung übernehmen zu wollen. Und um das zu umgehen, wird unverschämt gelogen und betrogen, daß sich die Balken biegen. Selbst auf die Gefahr hin, daß ein Unschuldiger im Knast verschimmeln muß, bis er schwarz wird. Nicht die Türken haben was falsch gemacht, die halten sich nur an das Gesetz, was bei uns ähnlich ist. Schmeißt lieber die Drecks-Insel aus der EU, das käme dem europäischen Gedanken viel näher!! Klaus

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