Interview: Herr Weihnachtsmann

Zunächst möchte ich dem Herrn Weihnachtsmann für dieses nie stattgefundene Interview danken. Ohne ihn hätte dieses Interview mit einem anderen Namen erschienen müssen und das Christkind hätte einsprigen müssen… Dafür möchte ich ihm ganz herzlich danken.

Guten Tag, Herr Weihnachtsmann. Wir wollen Sie nicht lange aufhalten, deshalb kommen wir gleich zur Sache. Seit den 90er Jahren sind Sie Manager und beschränkt persönlich Haftender der HimmelsTor gGmbH. Wie haben Sie es eigentlich soweit geschafft?

Ich wünschte ihnen sagen zu können, durch jahrelange harte Arbeit. Leider ist dem nicht ganz so. Ich war eigentlich immer recht faul. Den Erfolg für mich haben andere erarbeitet, meistens meine vielen Franchise-Partner. So läuft das halt heute.
Das einzige das ich je geleistet habe, war das Erschaffen einer neuen, nach mir benannten Marke: Weihnachten. Die Namensähnlichkeit dürfte sofort klar werden…

Franchise-Partner? Könnten Sie das für die Leserinnen und Leser erläutern? Wieso gibt es überhaupt Franchise-Partner im Weihnachtsmann Geschäft?

Ach wissen Sie, die HimmelsTor gGmbH die ich leite ist einer der wichtigsten Global Player. Das kann man unmöglich alles als ein kleines Unternehmen schaffen. Früher war unser Vertriebsbereich regional recht beschränkt, doch seit man in Asien und Amerika auch dazu überging Weihnachten zu feiern mussten wir expandieren. Wir standen vor zwei Möglichkeiten: Selbst die Filialen auf eigene Rechnung eröffnen und ein hohes unternehmerisches Risiko eingehen oder einfach ein großes Franchise-System auf die Beine zu stellen. Wir haben uns für letzteres entschieden, denn wer kann garantieren das die Asiaten in ein paar Jahren noch Weihnachten noch feiern?

Also Business as usual. Aber wie funktioniert eigentlich genau ihr Geschäft mit den Franchise-Partnern?

Nun ja. Zunächst sollte man wissen, dass wir unseren Franchise-Nehmern unsere Marke zur fast kostenlosen Verfügung stellen. Dazu gehören Kostüme, Abbildungen vom Weihnachtsmann und Kulissen wie dem Himmelsreich. Der Franchise-Partner erhält also eine am Markt eingeführte, bekannte Marke und kann sofort mit dem Geschäft, dem Geschenke verteilen, loslegen. Für diese Aktivität bekommt der Franchise-Partner einen Teil unserer Lizenzeinnahmen.

Was denn für Lizenzeinnahmen?

In fast jeder Stadt gibt es einen Weihnachtsmarkt, oft werden dort Weihnachtsmänner dargestellt. Dafür werden Lizenzgebühren fällig, diese sind direkt an uns, der HimmelsTor gGmbH, und im Voraus zu zahlen. Das ist schon seit Jahren so üblich, leider scheinen viele Standbesitzer diese Standgebühren schlicht und einfach “zu vergessen”. Dabei gibt es rechtlich keinen Zweifel, denn der “Weihnachtsmann” ist eine eingetragene Marke der HimmesTor gGmbH.

Gibt es noch weitere Marken der HimmesTor gGmbH?

Ja – gut das mal jemand wieder danach fragt. “Christkind”, “Gott” und “Engel” sind weitere bekannte Marken der Himmelstor gGmbH. Jedoch sind diese bei weitem nicht so populär wie unsere Marke “Weihnachtsmann”, der auch in den einzelnen regionalen Fassungen wie “Santa Claus” Markenrechtlich geschützt ist. Den größten Teil unsereres Umsatzes macht der “Weihnachtsmann” aus.

Werden Sie in Zukunft weitere neue Marken erschaffen?

Nun, unser Umsatz ist in den letzten Jahren relativ konstant gewesen trotz der Expansion mit dem neuen Franchise-System. Daher denken wir darüber nach andere Marken aufzukaufen, anstatt eigene zu erschaffen. Die Markteinführung ist bei unseren bisherigen Marken immer recht problematisch gewesen. Auch zeitlich ändert sich immer einiges. Im Moment hat unsere Marke “Gott” mit ernsthaften Akzeptanz Problemen zu kämpfen.
Wir denken – mit unseren Franchise-Partnern, auch als “Kirchen” bekannt – darüber nach das Image ein wenig zu verändern um wieder etwas näher an den Zeitgeist zu gelangen. Genaueres kann ich hier in einem Interview nicht bekannt geben, soetwas wäre ein Geschenk für die Konkurrenz.

Wir danken Ihnen für dieses nie stattgefundene Interview, Herr Weihnachtsmann.