Vorstadtganster und Kleinkinder

…sind richtig anmutend. Doch vorweg was geschah: Eigentlich ist der Bus mit dem ich gelegentlich fahre recht leer, doch gibt es auch Ausnahmen. So auch Gestern. Da war der Bus sehr voll, sodass ich mich recht weit nach hinten setzen musste – eigentlich genau die Plätze auf die ich mich aus Angst mich auf ein Kaugummi zu setzen normalerweise nicht setzen würde. Nun war der Bus aber voll und in meiner faulen Art ging ich lieber zum Ende des Buses und erspähte noch ein paar freie Plätze und setzte mich schließlich – knapp neben Eins‘ der befürchteten Kaugummis.
Nicht weit von mir saß einer dieser kaugummikauenden Gartenvorstadtgangster mit, für die Gattung, typischen Glitzer-Kettchen, übergroßer Jacke, einer dieser Kapuzen-Pullis und natürlich einen MP3-Player den ich schon beim Einsteigen in den Bus hätte wahrnehmen müssen.
Wie der Zufall es so will – stieg wenig später eine Frau mit ihren zwei Kleinkindern zu und die einzigen noch freien Plätze waren neben dem Vorstadtgangster. Da kamen dann also die beiden Kleinen, drängelten sich durch die paar Stehenden hindurch und setzen sich natürlich genau neben den besagten Vorstadtgangster, der nur wiederwillig seinen zweiten, zur Hälfte von ihm belegten, Platz frei machte. Auch die beiden neuen Sitznachbarn schienen ihm weniger zu gefallen. Warum er denn so komische Sachen anhätte, wollte der kleine, recht stotterige, Junge wissen, der zwar stotterig aber keineswegs schüchtern erschien. Der Gangster – ein wenig genervt – nahm seine Kopfhörer aus den Ohren und murmelte recht lautstark ein „WAS?!“ in die Fragen des kleinen Jugen. Das etwas ältere Mädchen starrte währenddessen fasziniert auf die Tasche des besagten Gartenvorstadtgangsters. „Das musst du schon vernünftig fragen“, tadelte die Frau den kleinen Jungen, der dadurch noch angestochen gar nicht mehr aufhörte Fragen zu stellen. Vielleicht habe ich es mir eingebildet, dennoch glaube ich auf dem Gesicht des Gangsters einen Anflug eines Lächeln gesehn zu haben. Weihnachten naht eben.

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