Korrekter Tee: ISO 3103

Immer wieder hört man von einer Zubereitung von Tee, die nicht der ISO-Norm 3103 entspricht. Da dieses Verhalten meist auf die Tatsache der Unkenntnis bezüglich der ISO-Norm 3103 zurück zuführen ist, soll hiermit Abhilfe geschaffen werden. Im Folgenden wird ein Tee nach dem empfohlenen ISO 3103 Standard zubereitet.

Um einen Tee nach ISO 3103 zubereiten zu können muss zunächst eine passende Tasse gefunden werden. Hierbei werden die Zubereiter von Tee vor das erste große Problem gestellt, denn nicht alle im Handel erhältlichen Tee-Tassen, Tee-Kännchen und Tee-Schalen sind nach ISO 3103 für Tee geeignet. Zur Zeit dürfen sogar Tassen verkauft werden, die nicht dem Standard entsprechen. Deshalb bedarf es einer fachkundigen Beratung beim Kauf der geeigneten Teetassen, Tee-Schälchen und Tee-Kannen.

Achten Sie beim Kauf auf folgende Details, um einen Fehlkauf zu vermeiden:

  1. Ein großes Tee-Schälchen muss eine Kapazität von 380ml haben und ein Gewicht von 200g (+/-20g) besitzen.
  2. Ein kleines Tee-Schälchen muss eine Kapazität von 200ml und ein Gewicht von 105g (+/-20g) aufweisen.
  3. Ein „großes“ Kännchen darf maximal 310ml (bei einer Ungenauigkeit von 8ml) Flüssigkeit fassen, muss jedoch 200g (+/-10g) wiegen.
  4. Ein „kleines“ Kännchen maximal 150 ml (+/-4 ml) und muss 118g (+/-10g) wiegen.
  5. Schälchen und Kanne müssen über eine leichte Einbeulung nach innen verfügen (Unterseite)


Die Zubereitung des Tees hingegen stellt geringe Ansprüche. Diese kann in fast jedem beliebigen Forschungslabor vorgenommen werden. Man benötigt lediglich eine Waage mit +/- 2%iger Genauigkeit, Wasser ohne Calciumcarbonat und eine Möglichkeit Wasser zu erhitzen.

Tipp: Falls Sie die Möglichkeit haben Wasser durch eine semipermeable Membran diffundieren zu lassen – nutzen Sie diese Möglichkeit um den Genuss ihres Tees zu vervollständigen. Eine semipermeable Membran ist z.Zt. jedoch nicht unbedingt für die Zubereitung des Tees nach ISO 3103 erforderlich.

Nachdem Sie alle nötigen Materialien für die Zubereitung haben, können Sie mit der Zubereitung eines Tees nach Ihrer Wahl beginnen. Dazu lassen Sie das (weiche) Wasser in einem Topf köcheln. Während das Wasser anfängt zu kochen, wiegen Sie 2g pro 100ml Wasser ab. Beachten Sie hierbei, eine Wage mit +/-2% Genauigkeit zu nutzen. Platzieren Sie den möglichst genau abgewogenen Tee in der Teekanne. Das nun gekochte Wasser wird mit einem Abstand von 4-6mm vom Rand in die Teekanne zügig eingefüllt. Lassen Sie den Tee genau 6 Minuten lang ziehen, die Packungshinweise werden durch die Zeitangabe des ISO-Standards ersetzt um eine standardisierte Zubereitung für alle Tees gewährleisten zu können.
Gießen Sie den Tee nach dem 6 minütigen ziehen in eine Tee-Schüssel oder Tasse. Denken Sie daran den Tee zwischen 65 – 80°C zu trinken und ggf. Milch hinzuzufügen. Je nach dem ob es sich um eine große Tasse oder eine kleine Tasse handelt muss entsprechend Milch hinzugefügt werden. Eine genauere Beschreibung des Milchhinzufügens sollte hier aufgrund seiner Komplexität und unermässlichen Umfangs nur grob angesprochen werden.

Der ISO Standard 3103 gibt keine Auskunft über die Dosierung von Zucker. Wir gehen deshalb davon aus, das ein nach ISO 3103 zubereiteter Tee nie mit Zucker getrunken werden darf, da dies im Standard nicht genauer definiert ist. Es ist davon auszugehen, das bei der Erstellung des Standards der Empfehlung der WHO nach einer Senkung des Zuckerkonsums nachgekommen wurde.

12 Gedanken zu „Korrekter Tee: ISO 3103“

  1. wer achtet beim tee-kauf auf die iso nr. bitte? sachen gibts die gibts garnicht…

  2. Habe noch nie davon gehört!
    Bin grad ziemlich erstaunt, wusste gar nicht, dass es sowas gibt!
    scheint sich interessant anzuhören, nur leider auch sehr kompliziert!
    Wer macht sich da schon die Mühe??

  3. Ich hätte jetzt gerne noch eine genaue Beschreibung des Milchhinzufügens, weil ich sonst leider keinen schwarzen Tee nach ISO-Norm trinken kann…

  4. Bisher habe ich auch Tee ohne ISO-Norm hingekriegt. Bin mal gespannt, ob er mir jetzt besser schmeckt.

  5. Das habe ich ja noch gar nicht gewusst!
    Wozu ist die Norm überhaupt gut, das ist doch total Wurst wie man seinen Tee zubereitet!

    Also ich trinke ihn wie ich will.

  6. Die Norm ist nicht fürs trinken von Tee gedacht sondern um wissenschaftliche Vergleiche in Labors unter identischen Bedingungen anzustellen.

  7. @Tom: Pssst. das braucht doch niemand zu wissen ;-). Außerdem hätte man dann mehr Freizeit für die man sich Aktivitäten überlegen müsste – das kann man doch nicht wollen, oder?

  8. wichtig auch für mikrobielle Untersuchungen, wie ich sie mache. Dafür ist die immer standardisierte Zubereitung nötig, um repräsentative Aussagen über die Keimbelastung treffen zu können!

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