Sigmar Gabriel alias Siggi Pop

Wieder ein Beitrag aus der Reihe „Interviews, die nie stattgefunden haben“.

Herr Sigmar Gabriel um Sie selbst als Umweltminister und ihr Ministerium ist es ja recht still geworden. Absicht oder weigern sich die größten Redaktionen des Landes einfach nur ihre Presseerklärung zu veröffentlichen?

Welch eine provokante Frage! Nein, die Redaktionen weigern sich nicht unsere Presseerklärung ohne weiter Überarbeitung abzudrucken. Es ist eher so das die Leser einfach uns „überlesen“. Mein Ministerium wird ohnehin oft missverstanden. Bei Umweltminister und „Siggi Pop“ denken die meisten Mitbürger doch eher an ein paar Überbleibsel der Flower-Power-Zeit. Dem ist natürlich nicht so.

Sind Sie das etwa nicht? Ich meine Sie waren beruflich einmal „Lehrer“ gewesen. Passt das nicht zu dem Pädagogischen Nachwehen dieser Zeit.

Vielleicht. Aber darum geht es mir nicht. Ich verstehe nur nicht das unser Ministerium einfach immer als Luftfahrtministerium bezeichnet wird. Es heißt sogar „Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“. Das ist viel umfassender und hört sich außerdem einfach besser im Lebenslauf an. Wer weiß wie lange die SPD es noch schafft mich über Listen abzusichern. Ich meine ich bin jetzt fast 50 Jahre alt. Wenn ich da meinen Job nicht mehr behalten kann so will ich doch wenigstens einen netten Lebenslauf für die nächste Bewerbung haben.

Reaktorsicherheit – was soll das denn genau heißen? Setzen Sie sich dafür ein unsichere Reaktoren vom Netz zu nehmen oder doch eher nicht – schließlich meinen unsere Kollegen aus den USA ja durch Atomkraft die Welt retten zu können. Natürlich rein Klimaschutztechnisch gesehen.

Immer diese Debatte um Reaktoren. Meinetwegen können die Leuten ja nach den Falken fragen – kein Problem. Aber irgendwie scheinen diese CO2-Rechnungen mehr Leser zu ziehen als Naturschutz. Nun gut: Ja wir setzen uns für den Atomausstieg ein. Der Ausstieg soll wie geplant verlaufen. Wenn dann der eine oder andere Reaktor mal vorher aussetzt ist das doch eine gute Sache. Ich bin mir sicher, da würde mein Vorgänger mich unterstützen.

Herr Gabriel, vielen Dank für das nicht stattgefundene Interview.
Ach sagen Sie doch “Siggi Pop”.
Danke, Siggi Pop!