PC-Lärm

Ich brauche Ruhe. Viel Ruhe. Mein PC schnurrt wie ein Kätzchen. Das Problem ist: genau so laut und aber durchgehend. Da werden auf dem Markt große Passivkühler angeboten, die größer sind als manch eine Lautsprecherbox, Wasserkühlungen die mit Teichpumpen gleichzusetzen sind… aber alles hat sich im Massenmarkt nie durchgesetzt. Apple hatte vor einigen Jahren einmal in ihren ersten Rechnern mit 64-Bit-Prozessoren serienmäßig Wasserkühlungen verbaut – ohne Klagen von Kunden – aber anscheinend auch ohne größeren Erfolg. Die Wasserkühlungen hat man still und leise aus der Produktpalette verbannt – und niemanden scheint es großartig zu stören. Vielleicht ist vielen Benutzern eine Wasserkühlung einfach etwas suspekt? Den Rechner soll man ja vor Feuchtigkeit, Staub, extremen Temperaturen schützen – so steht es jedenfalls in jedem Handbuch. Falls man mal eins bekommen sollte. „PC-Lärm“ weiterlesen

Abgefahrene Bücher…

will Lutz von Hellweiss mithilfe der Blogosphäre aufstöbern. Eines ist auf jeden Fall, „Ein teuflisches Zeug“ von Stewart Lee Allen. Der Titel klingt nach Drogensüchtigen – und so ähnlich ist es auch. Das Buch handelt von einer Reise – auf der Suche nach dem Ursprung des Kaffees. Sehr spannend, amüsant, lehrreich – und hat so gar nichts mit einem „Reisebericht“ zu tun. So erfährt man viel über den teuflischen Verwandten der Kaffeepflanze, noch mehr über die „Trink“-Rituale und das alles in einem höchst wechselhaften Kontext. Empfehlenswert & irgendwie auch abgefahren…

Es ist Sommer

Es ist Sommer. Das heißt Schoko-Eis essen, Freibäder besuchen und so weiter und sofort. Nebenbei schauen sich ein paar Millionen Menschen an, wie 22 Männer einem kleinen Fußball hinterherlaufen. Das ist schon verrückt. Verrückt. Der Sommer ist mit Abstand die verrückteste Zeit des Jahres. Nicht nur weil die Temperatur in der Nacht den IQ vieler Deutscher deutlich übersteigt. „Es ist Sommer“ weiterlesen

Don’t be like Mike

Mike ist smart, für Mike steht die ganze Welt offen und Mike hält sich selbst für den coolsten Typen überhaupt. Und genau das ist auch sein Problem. Mike handelt mit Drogen, landet mit Ende 30 in einer Drogenentzugsanstalt und bettelt mit Mitte 40ig um eine zweite Chance. Oder so ähnlich – aber darum soll es nicht gehen. Denn der Trick an der Sache ist es – nicht Mike zu sein – sondern nur so tun als ob man Mike wäre. So ergötzt man sich darin „wie toll man doch ist“, trägt die teuersten Klamotten, schlürft Bionade und kaschiert seine eigene Unfähigkeit und so weiter…

Was soll man da sagen? Viel Spaß?

Die Jungs von Dexter Freebish haben’s gut erfasst. Den Song „Prozak (Be Like Me)“ kann man kostenlos downloaden:

I wanna be that guy that gets the girl and saves the world
Then everyone would wanna be like me, be like me
I wanna be that guy that’s got it made gets overpaid
Then everyone would wanna be like me, be like me

Harte Zeiten

Der folgende Text ist ursprünglich für ein Literaturprojekt von mir geschrieben worden. Da das Ganze allerdings viel zu nahe an der Realität war – möchte ich diesen Text der Welt nicht länger vorenthalten…

A: Hallo Herr Degenhardt, Sie hatten den Termin für die Eröffnung eines Kontos ausgemacht?

B: Ja, ganz Recht…

A: Ich weiß, sie haben jetzt obwohl sie einen Termin ausgemacht haben – schon über eine halbe Stunde gewartet. Aber so läuft es halt in Zeiten der Rationalisierung – da muss jeder auch mal woanders mit anpacken – da kommen solche Verzögerungen halt einfach mal vor. Aber nun setzen Sie sich ruhig.

B: Danke…

A: So um es kurz zu machen haben sie Fragen zu den Konto-Konditionen?

B: (will zum sprechen ansetzen)

A: Nein? – also wenn dem so ist – dann können Sie hier schon einmal ihre Persönlichen Daten
selbst eintragen.

B: schaut auf ein Formular und schaut nach einer Weile den Berater an … ähm – Verzeihung aber könnte ich vielleicht einen Kugelschreiber bekommen?

A: Einen Kugelschreiber? Verehrter Herr, einen Kugelschreiber?!. Wir sind eine moderne Bank und um unseren Kunden die besten aber auch wirklich die besten Konditionen anbieten zu können, sind wir dazu gezwungen zu sparen wo es nur geht. Gerade in diesen harten Zeiten. Da wollen sie auch noch einen Kugelschreiber… tztzt…. Aber nun gut. Sie sind ein neuer Kunde bei uns und sind vielleicht noch nicht so ganz mit der Philosophie unserer Bank vertraut. Betrachten Sie diesen Kugelschreiber unseres Unternehmens als ein Neukunden-Geschenk unserer Bank.


B: OKSTRAAN? Heißt ihre Bank nicht Breestner Bank und stellt OKSTRAAN nich‘ eigentlich Lampen her?

A: Wie gesagt unser Unternehmen spart um ihnen als Kunden die besten – aber auch wirklich die besten – Konditionen anbieten zu können. Da bleibt einfach kein Cent mehr übrig um Kugelschreiber mit dem eigenen Logo bedrucken zu lassen.

B: Nun denn, dann werde ich mal den Bogen ausfüllen…

A: Gut – währenddessen bediene ich schon mal den nächsten Kunden. Lassen Sie sich ruhig Zeit. In einigen Minuten komme ich wieder zu ihnen.


A: Ah – sehr gut. Sie haben also alle erforderlichen Felder ausgefüllt?

B: Ja, aber…

A: Ich sehe schon, Ihre Unterschrift fehlt…
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EU-Reformvertrag

Zuerst war es eine Verfassung, dann war es die Einführung einer Grundrechtecharta und schließlich spricht man in den Medien nur noch von EU-Reformvertrag bzw. dem Vertrag von Lissabon. Kurzum – die Iren lehnten den Vertrag ab und waren nebenbei die einzigen die überhaupt ein Referendum über den Reformvertrag abhielten. Kurz: Sie stimmten mit „nein“. Vielleicht gar nicht so zu unrecht – schließlich dürfte kaum jemanden überhaupt der Inhalt des Vertrags geläufig sein. 53,4% der Wahlteilnehmenden in Irland stimmten mit nein; ein klares „Nein“ würde meiner Meinung nach anders aussehen.
Dennoch stellt sich die Frage – worum ging es überhaupt bei dem EU-Reformvertrag? Man könnte jetzt schnell auf die offizielle Fassung verlinken, doch ich selbst konnte die Fassung nur überfliegen. Schließlich hat der Reformvertrag den Umfang eines dickeren Taschenbuches. Einen Krimi mit dem Umfang könnte man innerhalb von ein paar Tagen verschlingen – aber einen trockenen Reformvertrag, dessen Inhalt so schwammig und unverständlich ist wie kaum ein anderes Werk, zu lesen fällt mehr als schwer.

Der Inhalt ist eine Art Verfassung die keine seien will. So werden „Gesetze“ erlassen, die keine sind – die EU erlässt laut dem Reformvertrag nur Richtlinien und Verordnungen, die aber von den einzelnen Staaten in nationales Gesetz umzusetzen sind… also business as usual. An anderer Stelle wird nur auf die Grundrechte verwiesen – wobei GB und andere Staaten erklärt haben diese nicht als Rechte vor ihren Gerichten zu akzeptieren. Da braucht man sich über ein „Nein“ nicht zu wundern. Selbst mit einer großen Zustimmung wäre nicht viel mehr als ein symbolischer Akt zu Stande gekommen. Ein fauler Kompromiss also? Ich glaube, dass würde man schon durch eine Meinungsumfrage herausfinden…

12.156 Songs…

die über iTunes verkauft wurden, bringen den von Sony vertretenen Künstlern ein Einkommen auf HartzIV-Niveau.

Rechne:

  • 4,5 Cent bekommt ein Künstler von jedem verkauften Song
  • 347€ beträgt der HartzIV-Regelsatz
  • Sozialhilfeempfänger/Arbeitslose erhalten Wohngeld- und Heizzuschüsse (ca. 200€ – mit deutlichen Schwankungen)

Ein Musiker müsste also 12.156 Songs über iTunes verkaufen um ein Leben auf HartzIV-Niveau führen zu können – pro Monat. Aber die >12.000 Songs sind sicherlich im „Null,nichts“ verkauft… Die finanziellen Schäden von Raubkopierern dürften sich dann selbst bei einigen Millionen Songs in Grenzen halten…