Nonsense

Es gibt einfach nichts zu sagen, was einen eigenen Beitrag wert wäre. Die große Koalition zickt rum – was für Neuigkeiten! Das Militär rüstet nahezu weltweit auf – ist ja auch nicht von Heute auf Morgen passiert. Alles wird teurer, hätte auch niemand mit gerechnet. Obama flirtet mit Clinton und Clinton gibt auf – auch sehr unberechenbar, das Ganze.
Das die NPD angesichts unveränderter Situation in Sachsen etwas „erfolgreicher“ als in den Jahren davor geworden ist, sollte auch niemanden verwundern. Alles ist halt nach Plan verlaufen, wir wussten’s schon lange bevor es passierte. Jetzt brauchen wir auch nicht so überrascht tun. Hätte man nur einmal einen Blick auf die Randspaltenbemerkungen geworfen – doch wir waren zu sehr mit Knut, Flocke & Hotels aus Tokio beschäftigt. Wobei – die Lage ist halt hoffnungslos, aber nicht ernst.

Doppelmoralisten

Kennst du deine Bekannten?! Wie dem auch sei, es sind vermutlich auch Doppelmoralisten. Zum einen nörgeln die dann immer rum, wie teuer doch alles geworden ist und wie wenig man doch verdienen würde… wie viel der Staat an Geld einsammelt und der Staat solle doch bitte für gleich bleibende Benzin-, Gas und Strompreise sorgen.

Das sind die gleichen Leute, die in den letzten Tagen krakeelen, „die armen Bauern wie wenig die doch verdienen. Da bezahle ich doch gerne ein paar Cent für die Milch mehr, das haben die sich doch verdient. Hoffentlich kommen die Cents auch bei den Bauern an. Ach, übrigens ich hätte auch gerne einen Kontostand mit einem dicken Plus“.

Die Leute gönnen den Bauern ein paar Cents mehr, wollen aber auch gleichzeitig ein paar Cents mehr. Das ist eine schöne Milchmädchenrechnung, wie sie im Buche steht. Das was man dann mehr bekommt, geht dann für die Inflation in den anderen Bereichen drauf. Das wars dann mit dem „mehr“ an Geld. Außerdem werden die Dauernörgler und Glückskeksphilosophen vielleicht auch mal merken das sie für die Bauern schon jeden Tag fixe Abgaben leisten, ohne nur einen Tropfen Milch zu trinken: Subventionen, finanziert von Steuergeldern machen’s möglich. Wenn man die dann wieder abschaffen würde und die Steuern senkt – wird wieder gemeckert wie teuer die Milch denn wäre. 1,80€ pro Liter – unglaublich – „da muss doch der Staat eingreifen“, so wird es in Bild, BamS und Glotze gefordert werden.
Sorry – aber Champagner für alle können wir uns nicht leisten. Obwohl? Wenn wir die Landwirtschaft komplett aufgeben – vielleicht. Aber dann werden’s die Chinesen machen – und wenn das dann eintreffen wird, werden Arbeitsbedingungen (oder alternativ die Globalisierung und ihre Opfer) in China an den Pranger gestellt. Man hätte es wissen können. Aber es interessiert ja niemanden und selbst wenn – was verändern kann man nichts. Seidenn man stellt sich eine Kuh in den heimischen Garten und fängt mit der Milchproduktion selbst an. Vorsicht: Zumindest bei kleineren Produktionen wird sich das nie rentieren, wenn man es mit den Supermarktpreisen und der Qualität der Milch vergleicht zumal man sowieso staatlich garantiert die Bauern subventioniert. So und wer nun nächstes mal an der Supermarktkasse steht – schön mehr Tüten als nötig kaufen – dann profitiert man u.U. selbst auch von den Subventionen…

Warum man Kunden nicht warten lassen sollte

… sie kommen auf Gedanken, die für das Unternehmen vielleicht nicht unbedingt förderlich sind. So war ich gestern bei einer Filiale der Bank. Eigentlich wollte ich nur ein Umbuchung vom Tagesgeld-Konto auf mein Giro-Konto vornehmen. Mir war aber nicht klar welches Formular dafür zu verwenden war. So fragte ich mich innerlich ob eine Überweisung mit einer Umbuchung mit einer Überweisung gleichzusetzen wäre. Also fragte ich an der Information nach und wurde an einen Kundenberater „weitervermittelt“. Doch für den musste ich erstmal warten und wo ich dann wartete kam mir der Gedanke – wo ich jetzt schon mal in der Bank bin kann ich das Konto auch gleich auflösen. Gedacht, gesagt und getan.
Also – lasst Kunden nicht warten. Sie fangen an nachzudenken. Sie kommen auf dumme Gedanken.

Where are you Mr. Mittelschicht?

Die Mittelschicht stirbt aus, liest man überall. Das Leben ist doch so ungerecht. Da muss man was tun und die da oben haben das doch so gewollt – irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor. Vielleicht liegt es auch daran, das es alles schon mal so da gewesen ist.

Jetzt behaupte ich einfach mal: die Mittelschicht ist größer als je zuvor und wird noch größer werden.
Provozierend, nicht war?

Geh doch mal einkaufen. Das Geld für Handy, Fernseher, MP3-Player und hoffnungslos überteuerte Fertigpizzas ist da und wird dementsprechend ausgegeben. Das man gut finden oder konsumkritische Parolen rufen. Ich mache weder das eine noch das andere. Aber wenn ich sehe welche Autos für einfache Einkäufe benutzt werden, könnte ich manchmal innerlich zusammenfallen. Muss man wirklich um 2 Liter Milch, ein paar Tomaten und ein paar hoffnungslos überteuerte Fertigpizzas über 500 Meter zu transportieren einen Wagen benutzen, der im günstigsten Fall dafür ausreicht um eine halbe Eigentumswohnung zu finanzieren?
Ich denke nein, lasse mich gerne aber eines besseren belehren. Gerne auch mit Probeexemplar des Wagens.

Nun mag man argumentieren, das nicht jeder ein solches Auto fährt. Das stimmt sogar, dennoch ist der Anteil nicht aus der Welt zu reden. Recht überrascht war ich einmal, als ich dachte ein doch eher „exotisches“ Reisziel zu haben. Dort angekommen erklärte mir einer der Anwohner, hier in der Gegend seien recht häufig Deutsche-Touristen aus allen Gegenden Deutschlands anzutreffen und fragte mich sogleich danach aus woher ich denn genau käme…
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