Hey Hopper

Gehörst du zu den Leuten, die auf diese tollen Hip-Hop-Konzerte gehen? Nein? Ich auch nicht. Aber was man davon bei MTV und Konsorten mitbekommen hat, wenn man nicht aufgepasst hat, ist schon komisch. Da hüpft irgendein Wesen auf der Bühne rum, den man kaum erkennen kann. Das liegt dabei nichtmals an der Tatsache, dass die Zuschauer so weit von der Bühne entfernt sind, sondern schlicht und einfach an der Tatsache, dass nichts außer einem übergroßen Kapuzenpulli und Baggy-Pants zu sehen ist.
Dieses Wesen scheint aber eine Art Mund zu besitzen und beugt seinen Kopf samt Kapuze so, dass der Blick darauf aber jedem verborgen bleibt. Dieses Wesen ist meist laut Eigenbeschreibung der „King“ und überhaupt so „tight“, andere sprechen auch einfach von Rapper. MTV und Co. vom Top-Act oder Headliner. Dieses Wesen (Rapper bzw. Headliner, ggf. Mensch) fängt dann nach einer Stunde Verspätung an irgendwelche auswendig gelernten Texte, die beschreiben wie hart seine Kindheit war, vorzutragen. Dazu dröhnt aus anderen Lautsprechern ein Beat. Während all dies auf der Bühne stattfindet hüpfen Rapper und Publikum in den knapp bemessenen Pausen zwischen den Beatschlägen. Wenn das dem Publikum zu langweilig wird, ruft ab und an der Rapper „jump, jump“ der Menge entgegen. Die Bedeutung dieser Worte scheinen aber nur ein Bruchteil aller im Publikum vertretenen Hopper zu verstehen. Der Rest bleibt wie verwurzelt stehen. Vielleicht haben die aber auch Probleme mit den Turnschuhen, die für 129€ das Paar mit dem Häckchen drauf? Möglich wäre es. Aber der Rapper hat doch die gleichen Schuhe?!

Nach dem dieses Rätsel nicht gelöst werden kann, macht der Rapper mit seinen Texten über seine harte Kindheit weiter. Das scheint dem Publikum zu gefallen und man sieht einige Feuerzeuge aber auch einige Leute immer noch wild herumspringen. Vielleicht ist denen einfach nicht aufgefallen das ein neuer Song angefangen hat? Ganz unrealistisch ist das nicht. Schließlich läuft der Beat seit Beginn des Konzertes durch. Jetzt müsste man bloß verstehen können was dieses Wesen auf der Bühne von sich gibt. „Cash“, „Hookline“, „Drugs“ – die Wörter verstummen, der Beat wie gewohnt nicht. Das Wesen fängt einen neuen Song an. „Bestimmt nen Anti-Kriegs-Track, bestimmt heißt der ‚Fuck Bush'“.