Warum ein Monopol nötig ist – Synergievorteil

…oder warum man vielleicht doch keine neue Superbank braucht:

Die Banken in Deutschland – man mag es kaum glauben – sind vergleichsweise klein. Das gilt selbst für die Deutsche Bank, dessen legendäre Peanuts gerne mal an der einen oder anderen Stelle zitiert werden. Andere Banken wie die ICBC (China) und selbst die französische BNP Paribas sind größer. Das gilt insbesondere für den Börsenwert.
Nun ist ja bekanntlich im deutschen Bankenmarkt die Hölle zugefroren und keine Übernahmetheorie scheint mehr so ganz abwegig zu sein. Ob die deutsche Bank mit der Dresdner, oder doch lieber die – schon vergebene – Citigroup mit der Dresdner… oder vielleicht doch lieber ein Duo aus Postbank und deutscher Bank?

Doch was erhofft man sich von einer Fusion. Nun – die Kunden sicherlich wenig. Die Angestellten noch viel weniger. Doch im Spiegel hat man große Visionen. Irgendwas läuft halt falsch in der Banken-Branche, egal was. So schreibt man:

Dazu bietet der Zusammenschluss zahlreiche Spar- und Synergievorteile. Allein bei der Informationstechnologie, dem Zentralbereich des modernen Bankenwesens, lassen sich Milliardenbeträge einsparen. Die Durchschnittskosten je Kunde würden dadurch signifikant sinken, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich steigen.

Kurzum: Man ersetze zwei Schreibtische durch einen und verhökere den zweiten zum Dumpingpreis um den letzten Tropfen Rendite herauszuholen. Synergievorteile sind das. Ich weise nur ganz dezent darauf hin das nicht wenige Unternehmen vor Fusionen – jede für sich – mehr wert waren als nach dem Zusammenschluss.

In der Theorie hören sich Synergievorteile auch super an. Kosten sparen und die Kunden behalten. Letzteres ist ein Problem – schließlich sind die vielleicht von dem neuen Multi nicht ganz so angetan. Zudem werden nicht wenige Kunden der Bank A auch Kunde der Bank B sein. Folglich hat man in den statistischen Büchern zwei Kunden stehen – nach der Fusion stellt man fest – es ist ein und die gleiche Person.

Angestellte: Gewerkschaften sind nicht nur Deko. Zumindest nicht ganz. Auch Gewerkschaften werden die Synergievorteile etwas eindemmen – wenn nicht ganz verhindern…. und wenn das noch auf eine aufgerüttelte Öffentlichkeit schlittert… Bye, bye Synergievorteil.

Zudem: Wenn Bank A Bank B schluckt, wieso sollte man dann später nicht noch ein paar Fusionen mehr machen? Schließlich sind Synergievorteile doch so wunderbar. Das etwas Wettbewerb dabei drauf geht wird man verkraften können, schließlich braucht man ja eine neue Superbank. Nur braucht die neue Superbank auch Kunden. Ein Monopol im Bankensektor – wir können das ja mal mit Synergievorteilen begründen…

Eine Antwort auf „Warum ein Monopol nötig ist – Synergievorteil“

  1. Tja das neue Banken Pärchen steht jetzt wohl fest.
    Ich glaube nicht, dass sich die Mitarbeiter der Dresdner Bank sehr drüber freuen werden.

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