Medienjunkie

Alles steckt in der Krise. Die Menschheit ist seit dem ersten 11. September nicht mehr sicher, die Erderwärmung wird uns alle dahinraffen und spätestens in ein paar Jahren gehören die deutschen Schülern zu dümmsten des Planeten.

Wer regelmäßig Focus, Stern, Spiegel und Bild liest der ist bestens informiert und weiß: Die Welt steckt in einer permanenten Krise. Egal wie schön das Wetter ist, wie gut man im letzten Monat verdient hat – alles schaukelt von einer Katastrophe zur nächsten. Immer und immer wieder.

Wer das glaubt wird entweder paranoid, ein Riester-Sparer oder ein penetranter Dauernörgler, der meint ihm würde die die Presse aus der Seele sprechen. Vermutlich lassen sich auch alle drei Dinge in einer Person vereinen: Äußerst konservative Politiker. Da prangert man den Verfall der Werte an, nörgelt etwas an den Anderen rum und scheffelt dann ordentlich im Namen der christlichen Nächstenliebe in seine eigene Tasche.

Für den Stammtisch reicht das. Für den Bundestag auch. Beides findet man dank Bertelsmann, Springer, Burda Media und Weltbild in kleinen, gedruckten und bunten Bildchen wieder, die wir auch noch für ein paar Euro als Zeitungen kaufen. Aber eigentlich wissen wir schon: Alles ist in einer Krise.

Das ist der Moment wo sich der typische Medienjunkie fragt, wie die Welt noch funktioniert wo doch alles so schlecht ist und auch die Aussichten alles andere als rosig sind. Vielleicht ist die Krise auch einfach nur noch nicht im echten Leben angekommen und die Presse ist dem normalen Menschen mal wieder um ein paar Jahrzehnte voraus.