Computerspiele. Spieler. Ich.

Manchmal werde ich gefragt, ob ich denn Computer-Spiele spielen würde. Meistens antworte ich dann “gelegentlich” und hoffe das Thema wechseln zu können. Das klappt leider nicht immer. So setzte sich “mein-mir-gegenüber” nachdem ich auf seine Frage geantwortet hatte eine geradezu begeisterte Miene auf und fragte voller Elan “was denn so für welche?”. Verdammt. Ich konnte doch jetzt nicht ehrlich antworten, dass ich als einziges Spiel einen Tetris-Klon auf dem Rechner installiert hatte und selbst das weniger gestartet wurde als die Tabellen Kalkulation von Open Office.
Ich murmelte ein “so eher Strategiespiele” und hoffte innerlich, dass “mein-mir-gegenüber” jetzt selbst was von sich erzählen würde und ich nur noch ab und zu bedächtig nicken müsste. Er sagte aber nichts. Ich setzte ein “was zockst’ du denn so” und versuchte ein wenig den Typen nachzuahmen, als kleinen Wink, das die Unterhaltung nicht weit führen würde.
“Ah, so ich zock’ eher so Ego-Shooter.”
Ich blickte ihn verdutzt an.
“So Counterstrike und Bioshock halt”
Ego-Shooter. Welch eine kreative Umschreibung für “ich spiele Spiele in denen ich Menschen virtuell umbringen kann. Manche Leute nennen die Spiele Ballerspiele und brutal. Ich spiele sie trotzdem.” Das sagte ich natürlich nicht. Stattdessen kam aus meinem Mund ein “Ach so” und zog mein Handy aus der Tasche.
Weniger weil ich es brauchte, sondern eher um zu demonstrieren, dass ich die Unterhaltung für beendet hielt. Außerdem verriet mir die Balkenanzeige das der Akku bald leer seien würde. Kein Erfolg.

“Was denn so für Strategie-Games? So Wow oder Age of Empires?”
“Eher so Theme Park und Civilization II”
“Was würdest du sagen, ist das beste Game? So spontan?”
“Hm. Monkey Island.”
“Ist das nicht voll so retro und pixelig?”
“Ja – aber da konnte man wenigstens noch vor den Rechner sitzen und lachen. Versuch das mal bei Bioshock. Muss man da nicht eher Angst haben wenn da jemand fast vor lachen am Boden liegt?”
“Mann kann auch über sich lachen. Muss ja nicht jedes Spiel so ‘ne Story haben”
“Aber bei Monkey Island hatte man wenigstens noch Charaktere, die so etwas wie eine Persönlichkeit hatten. Da war eine Welt die zwar pixelig, aber faszinierend war. Da gab es Inhalte statt Grafikanforderungen die kein Rechner schafft.”
“Kann sein. Kenn Monkey Island nicht so doll”
“Ist aber nen gutes Spiel”
“Weiss nicht ob das überhaupt auf meinem Rechner läuft. Ist doch voll alt das Spiel!”
“Und? Heißt ja nichts.” Wozu gibt es doch Emulatoren?
“Na, mal sehen. Ich schau mal.”

Unterhaltung nur so ganz grob wiedergegeben. Der mittlere Teil ist zum Teil erfunden. Ich habe keine Ahnung wie die Unterhaltung später zu Monkey Island kam.