Paintball verbieten. Aber konsequent.

Ich bin enttäuscht. Zumindest ein wenig. Kein Verbot von Paintballspielen. Kann man jetzt überhaupt noch ruhigen Gewissens über die Straßen gehen? Kommt jetzt nicht hinter jeder Mauerecke ein Paintballspieler hervor, der Anzugsträger mit wahlweise roten, grünen oder auch blauen Farbkugeln bespritzt?

Vermutlich nicht. Die Frage ist aber warum verbieten wir Painballspiele nicht? Hat man auf einmal Angst vor dem Willen des Volkes? Oder befürchtet man eine Farbschlacht nach indischen Vorbild direkt vor dem deutschen Bundestag in Berlin? Hat man Angst das man beim Kaffee unter den Linden von einem Paintball-Spielenden bedroht werden könnte? „Gib uns deine Stimme bei der Abstimmung über Paintball oder dein Anzug ist bei der nächsten Legislaturperiode grün?“

Quatsch. Wir müssen Paintball verbieten. Aber konsequent. Die Tage über hat man viele Argumente für Paintball-Spiele oder gegen Paintball-Spiele gelesen. Selbst das lokale Werbeblatt hat Meinungen dazu abgedruckt. „Die Hemmschwelle würde sinken“, man würde „abgestumpft“, das Spiel sei „Menschenverachtend“ und außerdem würden sich bei den Paintballspielen auch noch gewaltbereite Jugendliche „vernetzen“.
Deshalb: Ein Paintballverbot geht nicht weit genug! Wir müssen auch Schützenvereine, alle Killerspiele, Berichterstattung über Krieg und außerdem die meisten Hollywood-Filme verbieten. Achja, die Bundeswehr fehlt in der Auflistung. Es sind alle brutal und menschenverachtend – zumindest im weiteren Sinne.
Doch gerade Schützenvereine stehen unter dem Urschutz der Konservativen. Würden Konservative Schützenvereine ausnahmslos verbieten, weil diese ja die Hemmschwelle zum Morden senken würden, könnten die Konservativen gleich sich selbst verbieten. Waffenverbote und Forderungen zur gewaltlosen Gesellschaft sind aus dem Munde der Konservativen mit Vorsicht zu genießen. Vorsicht heiß. Heiß wie eine abgeschossene Kugel.