Rampenfieber – Sebastian Schnoy

Kürzlich habe ich Sebastian Schnoys erstes Werk „Rampenfieber“ gelesen. Sebastian Schnoy, könnte der eine oder andere wiedererkennen. Er ist in einigen Comedy Shows und Kleinkunstbühnen aufgetreten. Ich selbst habe erst kürzlich sein Programm „London, Paris, Hongkong – Hauptsache Europa“ live gesehen und war eigentlich recht angetan. Schnoys aktuelles Soloprogramm empfand ich weniger als Comedy-Vorstellung sondern mehr als lustige Reise durch europäische Klischees, alles aus einem Guss – insgesamt hatte die Vorstellung in einigen Passagen schon fast romanähnliche Züge.

Das Buch „Rampenfieber“ hingegen ist ein wirklicher Roman, der von einem Talk-Show-Warm-Upper namens Robert und dessen Erfolge und Misserfolge handelt. Das ganze ist unglaublich komisch erzählt – und schafft es doch irgendwo glaubhaft zu bleiben. Denn Robert, ein Alibi-Student der als Warm-Upper in einer Talkshow jobbt hat äußerst interessante Gedankengänge. Einer dieser Gedankengänge wurde meine Lieblingspassage:

Robert überlegte, warum sich bei den Sendungen mit dem Schmarotzerthema im Studio stets eine Lynchjustizstimmung breit machte. Wären ein Baum und ein Strick in greifbarer Nähe gewesen, hätte das letzte Stündchen des arbeitslosen Malers geschlagen. Ein großer Teil der Zuschauer machte selber die letzten Scheißjobs und war sauer auf die, die nicht bereit waren die letzten Scheißjobs zu machen. Dabei hätten sie sich verbünden und eine Revolution anzetteln können. Na ja, vielleicht planten sie das ja insgeheim und spielten hier nur die Unterbelichteten, um nicht aufzufallen, während sie in Wirklichkeit nächtens in Kellern und Hinterzimmern Karl Marx studierten, revolutionäre Räte gründeten und den Sturm auf Berlin probten.

Cover des Buches Rampenfieber von Sebastian Schnoy

Ein etwas eigenwilliger, bissiger Humor, der sich durch das ganze Buch zieht. Eine nette Lektüre für einen (leider, bei etwa 200 Seiten wortwörtlich) ausgedehnteren Leseabend.

Kurzinfos:
Titel: Rampenfieber
Autor: Sebastian Schnoy
Verlag: Satyr
Kosten: regulär 9,90€, gebraucht inkl. Versand z.Zt. ab 4€
ISBN: 393862521X, ISBN-13: 9783938625217