Gelesen: Nothing for UnGood (John Madison)

Es gibt Bücher, die sind lustig. Es gibt Bücher, die sind verbittert. „Nothing for UnGood“ ist eine Mischung aus einem klischeehaften amerikanischen Reisebericht über Deutschland und einer humorvollen Abhandlung über den vermeintlichen Deutschen Alltag. Nothing for UnGood ist stellenweise fast humorvoll – über die größten Abschnitte hinweg ist es jedoch einfach nur verbittert.

So lernt man zu Anfang des Buches, das es sich einfach nicht lohnt die Deutsche Sprache zu lernen. Zu schwierig, zu viele Artikel, zu viele Fälle. Außerdem seien die Deutschen so doof, dass falsche (britische) Englisch zu lernen – denn die USA wären ja die Wirtschaftsmacht und überhaupt solle man in Deutschland immer Englisch sprechen, da man von kompetenten Leuten erwarten könne, dass diese Englisch sprechen. Überhaupt sei das Lernen von Fremdsprachen komplett überflüssig – Englisch reicht völlig aus.
Als Beleg dafür werden dem Leser noch Normativ, Genetiv, Dativ und Akkusativ in Tabellenform präsentiert – alles um die Aussage zu unterstützen – lernt bloß nicht deutsch. „Gelesen: Nothing for UnGood (John Madison)“ weiterlesen

Nachrichten & Ich

Ich habe also eigentlich ein ganz entspanntes Verhältnis zu den Nachrichten. Eigentlich. Doch irgendwann kommt es jedoch in fast jeder Nachrichtensendung zu diesem Moment, wo naja, wo dann dieser eine Satz ertönt. „und nun schalten wir zu unserem Hauptstadt-Korrespondenten“…. und dann folgt der fast noch wichtigere Nachsatz “ … nach Berlin …“.

Das ist dann der Moment in dem ich innerlich zusammenzucke und in eine tiefere Sinnkrise verfalle. „Nun schalten wir zu unserem Hauptstadt-Korrespondenten nach Berlin …“. Immer und immer wieder wiederholen sich die Worte in meinem Kopf und ich frage mich jedes mal warum sie mir erzählt werden.

Erzählt mir der Moderator diesen Satz, um mir eine Neuigkeit zu vermitteln? Ich habe manchmal die Befürchtung. Vielleicht befürchtet der Moderator hingegen, dass der Durchschnittszuschauer durch die Angabe von „Hauptstadt“ verwirrt seien könnte und denkt der Durchschnittszuschauer hält Bonn noch für die Hauptstadt?

Vielleicht ist der Schreiber des Moderators auch von dem ganzen Berg von Worten die mit „B“ beginnen bescheuert geworden? Vielleicht ist das mit dem Haupstadtkorrenspondenten aus Berlin auch dem Einfluss von rechten Parteien geschuldet und soll ein geschickt untergebrachtes Statement gegen den Einfluss von Brüssel sein?

Ich weiß es nicht und während ich darüber so nachdenke ist der Korrespondent aus der Hauptstadt wieder verschwunden. Vielleicht nach Bonn oder Brüssel, jedenfalls wird das nicht mehr erwähnt.

Blog-Bauarbeiten in eigener Sache

In eigener Sache: Heute wurde am Blog ein wenig herum gespielt. Hier wurde ein klein wenig übersetzt, da ein klein wenig verändert. Nichts weltbewegendes. Wer das Theme „Simple Organisation“ von Arcsin gerne in einer (teilweise) ins Deutsche übersetzten Version haben möchte kann sich gerne an mich wenden (Template steht unter der GPL).

War sonst noch was? Der Beitrag „Unitymedia und die Lokalzeit des WDR“ war immerhin der 500te Beitrag in diesem Blog.

Unitymedia und die Lokalzeit des WDR

Unitymedia ist „der“ regionale Kabelanbieter für NRW und Hessen. Jetzt werden ja nach und nach die Netze digitalisiert und die analoge Einspeisung des Fernsehsignals soll irgendwann in nicht näher spezifizierter Zukunft größtenteils entfallen. Doch zur Zeit tut sich ein recht großes Problem auf – der regionale Sender WDR wird von Unitymedia zwar digital eingespeist, aber nur in der „Köln Version“. Denn der WDR bietet ein stark rationalisiertes Programm an, die sogenannte Lokalzeit. Das ist – für den unkundigen Leser – ein TV-Magazin dass über recht regionale Themen berichtet. So gibt es eine Menge von kleinen Unterprogrammen, die bisher nur analog verfügbar sind und waren. „Unitymedia und die Lokalzeit des WDR“ weiterlesen

Die spinnen, die Amis

Man muss es schon eingestehen. Produzenten von Lebensmitteln haben es nicht einfach. Die einen wollen ein schönes Design, die anderen möglichst wenig Verpackung, die anderen möglichst formschöne Verpackungen und manch einer mag schlichte Beschreibungen…
Während man in der Elektro-Branche immer noch auf die Produkt-Verpackung eine lange, lange Feature Liste drauf drucken kann, haben es die Hersteller von Lebensmitteln da nicht ganz so einfach. So sind die „Features“ von „gerösteten und gesalzenen Pistazien“ halt ein wenig begrenzt. Man kann sie essen und die schalen vielleicht noch verbrennen. Das wars dann aber auch schon. Viel mehr kann man zum Produkt eigentlich nicht sagen. Oder doch? Zumindest bei meiner letzten Packung Pistazien war man recht kreativ. Die Liste der Zutaten verrät nämlich folgendes:

Zutaten: Pistazien, Salz. Hinweis für Allergiker: Enthält Pistazien. (…) Hergestellt in den USA.

Na, immerhin kann niemand behaupten, das Produkt hätte nie eine Pistazie gesehen.