Jugendsünden

Vorweg: Ich war nie eins dieser coolen Roller-Kiddies. Irgendwie konnte ich die Faszination, die von „Rasenmäher ähnlichen Geräten“ ausging nie ganz nachvollziehen. Stattdessen musste ich von Zeit zu Zeit Rasen mähen. Ich hasste es.

Vielleicht habe ich deshalb andere Jugendsünden begangen. Statt Hip-Hop Klamotten gab es bei mir rote Haare. Wahrscheinlich waren die aber eher dazu da von meinen vielen Pickeln abzulenken. Das hat bestimmt schrecklich ausgesehen – von den Pickeln hat es aber sicherlich erfolgreich abgelenkt.
Auch beim Thema Alkohol beging ich die eine oder andere Jugendsünde. Ich trank Paderborner, Freigraf und ähnliche Plörre. Für alle, die diese Bier-Sorten nicht kennen: Einen Kasten davon gibt es im Supermarkt für etwa 5€. Eigentlich kann man das nicht trinken (m.E., lt. Lebensmittelgesetz schon).

Auch politisch habe ich ein paar Jugendsünden begangen. Ich sympathisierte schon fast mit der FDP und so ließ ich mir auch an einem FDP-Stand schließlich ein Werbeset geben. Unter anderem war ein Sticker mit der Aufschrift „Fruchtbar Deutsch und paarungswillig“ dabei. Seit dem spielte die Partei bei mir auf einer Seriositätsskala mit der APPD. Für Comedy gut zu gebrauchen, für alles andere … naja. Während sich ein paar aus meinem Umfeld Anarchie und „grenzenlose Freiheit“ wünschten, wünschte ich mir eher zu einer Waldorfschule zu gehen.

Vielleicht war das mein Schrei nach jugendlicher Revolte? Vielleicht.
Aber auch im virtuellen Leben beging ich Jugendsünden. Ich richtete Tchibo als Startseite ein, schloss einen DSL-Vertrag mit einem Provider, der sich wie ein primitives Captcha benennt, ab, benutzte Funpic für meine erste WordPress-Installation und mein erster bezahlter Webhoster war ungefähr so ernst zu nehmen wie ein 20 Jahre alter Gebrauchtwagen. Die schlimmste Jugendsünde jedoch: Ich setzte LayerAds auf meinem Blog ein.

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