Bibliotheks-Lerner

Wer viel Zeit in der Bibliothek verbringt wird verschiedene Lerntypen um sich herum beobachten. Meine persönlichen Highlights habe ich einmal kurz zusammengestellt

Der Mysteriums-Lerner

Der Mysteriums-Lerner ist ein Mysterium, weil man ihn noch nie gesehen hat. Er ist vor einem selbst gekommen und ist auch nach mehreren Stunden nicht einmal an seinem Platz aufgetaucht. Ob er wohl gestorben ist? Von ihm sieht man nur seine ganzen Lernmaterialien. Egal ob Stifte, Geodreiecke, Collegblöcke und Notebooks – er ist perfekt ausgerüstet. Nur die Zeit scheint ihm beim Auspacken seiner Materialien verloren gegangen zu sein.

Der Schlaf-Lerner

Er liegt stundenlang mit dem Kopf auf einem Buch oder einem Skript. Man weiß eigentlich nicht so genau wieso er überhaupt aufgestanden ist und sich in die Bibliothek bewegt hat. Profis dieses Lerntyps bringen sich kleine Kissen mit, so lässt es sich in der Bibliothek noch besser schlafen.

Der Ich-war-ja-noch-nie-hier-Typ

Er hat sich in seinem Studium noch nie in die Bibliothek verirrt. Um so verwirrter ist er. Wo finde ich dies? Wie geht das mit dem WLAN? Keine Frage ist zu peinlich, um sie lautstark durch die halbe Bibliothek zu verbreiten. Man könnte fast soetwas wie Verständnis entwickeln, wenn man sich nicht ziemlich sicher wer, dass diejenigen die solche Fragen stellen schon ein paar Jahre länger studieren als man selbst.

Der Show-Room-Lerner

Was die Tanzfläche für den einen, ist die Bibliothek für den anderen. Er sitzt im Eingangsbereich und kommt in der Regel spät und bleibt bis spät in den Abend. Er sitzt in den unruhigsten Bereichen – hauptsache er wird gesehen und sieht andere. Das mit dem Lernen ist eigentlich Nebensache. Hauptsaache der Schönfelder ist stylisch aufgeklappt.

Der Facebook-Lerner

Eigentlich sind sie in die Bibliothek gekommen um irgendetwas für ihr wahnsinnig dringendes und wichtiges Seminar zu machen. Aber dann landen sie doch auf einer Seite mit einem Facebook-Link und klicken darauf. Und tatsächlich Facebook scheint viel mehr Informationen bereitzustellen als Wikipedia, IEEE und ACM zusammen. Ganz ehrlich – manchmal ist die Freitag-Abend-Verarbredung vielleicht doch wichtiger als das Seminar nächste Woche.

Der Handy-Meister

Er ist keine 10-Minuten in der Bibliothek und schon klingelt sein Telefon. Während sich in breiten Bevölkerungsschichten die Vibrationsalarme oder gar Lautlos-Funktionen durchgesetzt haben, bespaßt dieser Bib-Besucher mit den lustigsten Klingeltöne, wie sie selbst Jamba zu niveaulos gewesen wären. Als wenn das nicht genug der Ablenkung gewsen wäre, schaffen es einige der Handy-Meister auch noch kurze Telefonate in der Bibliothek in höherer Lautstärke zu führen.

Der Checker-Lerner

Er ist Babo seiner Clique. Er ist nicht alleine in der Bibiothek, er kennt jeden in 10 Metern Umkreis – und selbst wenn er nur kurz in der Bibliothek ist muss er zuerst jedem seiner Homies die Ghetto-Faust geben um dann kurz darauf doch weiter zu ziehen. Wohin spielt dabei eigentlich auch nocht so wirklich eine Rolle – schließlich muss er auch dort wieder seine Homies begrüßen.

Der Raucher

Der Raucher ist eigentlich dem Mysteriums-Lerner gar nicht so unähnlich. Er ist auch für längere Zeit gar nicht da. Das stört auch gar nicht weiter. Jedoch wenn er da ist, fällt er wegen des starken Rauchgeruchs doch recht stark auf.

Der Musiker

Der Musiker ist eigentlich ganz unauffällig. Er sitzt mit seinen Kopfhörern ruhig vor seinen Büchern oder seinem Notebook. Das stört soweit nicht weiter, doch mit der Zeit steigert sich die Lautstärke seiner Musik immer mehr … und irgendwann fragt man sich ob das noch gesund für seine Ohren ist.